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Empathie
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Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, die Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und PersÜnlichkeitsmerkmale eines anderen Lebewesens zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden.cite-ref-0-1-0[1]cite-ref-2[2] Ein damit korrespondierender allgemeinsprachlicher Begriff ist EinfßhlungsvermÜgen.
Zur Empathie wird gemeinhin auch die Fähigkeit zu angemessenen Reaktionen auf Gefßhle anderer Menschen gezählt, zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz und Hilfsbereitschaft aus Mitgefßhl.cite-ref-3[3] Die neuere Hirnforschung legt allerdings eine deutliche Unterscheidbarkeit des empathischen VermÜgens vom Mitgefßhl nahe.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]
Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung â je offener eine Person fĂźr ihre eigenen Emotionen ist, desto besser kann sie auch die GefĂźhle anderer deutencite-ref-6[6] â sowie die Selbsttranszendenz, um egozentrische Geisteshaltungen Ăźberwinden zu kĂśnnen.cite-ref-7[7]
Empathie spielt in vielen Wissenschaften und Anwendungsbereichen (z. B. in der Musik) eine fundamentale Rolle, von der Kriminalistikcite-ref-8[8] ßber die Friedens- und Konfliktforschung, Psychotherapie, Psychologie, Physiologie, Physiotherapie, Pflegewissenschaft, Pädagogik, Philosophie, Sprachwissenschaft, Medizin und Psychiatrie bis hin zum Management oder auch Marketing.
Contents
⢠Psychoanalyse
⢠Roots of Empathy
⢠Hirnforschung
⢠Anwendung
⢠Arbeitswelt
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Begriffsgeschichte
Das Wort Empathie geht zurĂźck auf das altgriechische Wort ξΟĎΏθξΚι empĂĄtheia â gebildet aus dem Substantiv ĎÎŹÎ¸ÎżĎ pĂĄthos (âLeid, UnglĂźck, Leiden, Leidenschaftâ), worauf die Wurzel path- zurĂźckgeht, und der Vorsilbe ξν/ξΟ en/em (âin, an, aufâ). Es bedeutet âintensive GefĂźhlsregung, Leidenschaftâ und entwickelt auf dem Weg zum Neugriechischen die Bedeutungen âVoreingenommenheit, Feindseligkeit, Gehässigkeitâ.cite-ref-9[9] Auf dieses griechische Wort geht also nur die Herkunft des Wortes âEmpathieâ, nicht jedoch der Bedeutungsinhalt des modernen Terminus im umgangs- oder fachsprachlichen Gebrauch zurĂźck.
Das griechische ĎĎ
ÎźĎΏθξΚι sympĂĄtheia âSympathieâ ist wie das deutsche âMitgefĂźhlâ gebildet, nämlich aus ĎĎν/ĎĎÎź syn/sym (âmitâ) und der Wurzel path- (âleiden, fĂźhlenâ) sowie dem Wortbildungssuffix zusammengesetzt. Analog dazu wurden im 19. Jahrhundert aus griechisch ξν/ξΟ en/em (âin, an, aufâ) und path- als LehnĂźbersetzung von deutsch âEinfĂźhlungâ die griechisch-basierten Termini deutsch âEmpathieâ und englisch empathy neugebildet, um internationale Fachtermini zu schaffen.cite-ref-10[10]
Die Geschichte dieser Termini ist noch ungeklärt. Der deutsche Philosoph Rudolf Hermann Lotze (1817â1881) verwendete den Ausdruck âEmpathieâ erstmals 1848.cite-ref-11[11] Theodor Lipps entwarf 1902 eine Theorie der EinfĂźhlung als âintrapsychischen Prozessâ. Er verfolgte die These von einem menschlichen Zwang zu motorischer Nachahmung.cite-ref-12[12]cite-ref-doi10-1007-s004510050001-13-0[13] Edward B. Titchener verwendete 1909 erstmals den Ausdruck empathy, als er den âwahrenâ Sinn des Wortes âEinfĂźhlungâ in Werken von Theodor Lipps richtig Ăźbersetzen wollte.cite-ref-14[14]
Das Gleiche geschah noch einmal, als das Ehepaar Alix und James Strachey (1887â1967) den Ausdruck âEinfĂźhlungâ in den Werken von Sigmund Freud ins Englische zu Ăźbersetzen hatte.cite-ref-15[15] Das deutsche âEmpathieâ kann dann â mit oder ohne Kenntnis von Lotzes Verwendung â als Entsprechung zu englisch empathy gebildet worden sein.cite-ref-16[16]
Definitionen und Klassifikation
Benjamin Cuff und Co-Autoren fanden in der wissenschaftlichen Fachliteratur 43 verschiedene Definitionen des Begriffs âEmpathieâ.cite-ref-3-17-0[17] Hier einige ausgewählte Beispiele:
Nach Paul Ekman handelt es sich weder bei Empathie (MitgefĂźhl) noch bei Mitleid um Emotionen, sondern um Reaktionen auf die Emotion eines anderen Menschen.cite-ref-18[18] Ferner unterscheidet Ekman zwischen kognitiver und emotionaler Empathie: âKognitive Empathie lässt uns erkennen, was ein anderer fĂźhlt. Emotionale Empathie lässt uns fĂźhlen, was der andere fĂźhlt, und das Mitleiden bringt uns dazu, dass wir dem anderen helfen wollen âŚâ.cite-ref-19[19]
Fritz Breithaupt definiert Empathie Ăźberwiegend als subjektiv wirksame Fähigkeit (Filter fĂźr das âRauschen des Mitleidsâ). In der Einordnung von Empathie fĂźr Andere, insbesondere wechselnde Empathie in Dreierszenarien mit dem Ziel, eventuell Konflikte Anderer zu lĂśsen, ist er widersprĂźchlich. Dass gesellschaftliche Empathie hohes Konfliktvermeidungspotential hat, wird hier von Breithaupt zwar positiv bestätigt, er sieht dieses jedoch nur als ferneres Ziel, nicht als gegenwärtig bereits existierend.cite-ref-20[20]
Arthur Ciaramicoli unterscheidet zwischen
1. authentischer Empathieauthentische-empathie, dem emotionalen Mitfßhlen und Miterleben der Emotion des anderen, die mit einem hÜheren affektiven Anteil und einer stärkeren Tendenz zu prosozialem Verhalten einhergeht, und
2. funktionaler Empathiefunktionale-empathie, dem verstandesmäĂigen Nachvollziehen und reflektierenden EinfĂźhlen der Emotion des anderen, die einen stärker kognitiven Anteil besitzt und emotionale Distanz ermĂśglicht, und beispielsweise beim therapeutischen Reflektieren genutzt wird, aber auch zur effektiven Manipulation (z. B. in Verkauf und Werbung) und fĂźr ausbeuterische Ziele bis hin zu Sadismus, Missbrauch, Folter usw. missbraucht werden kann.cite-ref-21[21]
Drei Formen der Empathie
1. Emotionale Empathie, die Fähigkeit, das Gleiche zu empfinden wie andere Menschen (Mitgefßhl); man nennt sie auch emotionale Sensitivität;
2. kognitive Empathie, die Fähigkeit, nicht nur Gefßhle, sondern auch Gedanken und Absichten anderer Menschen zu verstehen und daraus korrekte Schlussfolgerungen zu ihrem Verhalten abzuleiten (vergleichbar mit der Theory of Mind); und
3. soziale Empathie. Es ist die Fähigkeit, das Verhalten komplexer sozialer Systeme zu verstehen und vorherzusagen. Beispiele fßr solche Systeme sind Teams, Mannschaften, Projekte, Unternehmen mit deren Abteilungen, Vereine, Parteien, (informelle) Netzwerke, Familien und alle anderen Arten zwischenmenschlicher Beziehungen. Die Komplexität resultiert aus Vielfalt der PersÜnlichkeitsmerkmale, kulturellen Besonderheiten und Werthaltungen der beteiligten Personen in einem (ebenfalls komplexen) soziokulturellen Umfeld. In derartigen Systemen gelten meist andere Regeln und Normen als bei einzelnen Personen (Gruppendynamik).cite-ref-1-25-0[25]cite-ref-2-26-0[26]
Emotionale oder affektive Empathie
FĂźr die neuere Hirnforschung behauptet die Neurowissenschaftlerin Tania Singer eine messbare Differenz zwischen âEmpathieâ und âMitgefĂźhlâ. Ihre âSchmerzempathie-Experimenteâcite-ref-27[27] zeigen, dass das empathische Miterleiden von fremdem Schmerz von einem anderen neuronalen Netzwerk verarbeitet wird, als das aktiv-wohlwollende MitgefĂźhl: âEmpathie ist eher wie eine Resonanzfähigkeit â man teilt ein GefĂźhl mit einem anderen Menschen, ist aber der Gefahr ausgesetzt, Ăźberwältigt zu werden und in empathischen Stress zu geraten. MitgefĂźhl dagegen hat eine andere Qualität. Es hat etwas von der FĂźrsorge einer Mutter, die ihr Kind trĂśstet und ist verbunden mit positiven, beruhigenden und liebevollen GefĂźhlen.â Während die spontane Empathie mit dem Leid Anderer zu emotionaler ErschĂśpfung fĂźhren kann, ist unter den gleichen Umständen das aktive MitgefĂźhl belohnend und trainierbar.cite-ref-28[28]
Ăhnlich argumentiert auch der amerikanische Psychologe Paul Bloom. âEmpathie heiĂt: Ich fĂźhle das, was ein anderer Mensch fĂźhlt. MitgefĂźhl bedeutet: Ich kĂźmmere mich um den anderen, ich sorge fĂźr ihn.â Das MitgefĂźhl (compassion) sei Ausdruck der Vernunft, die zwischen dem spontanen, distanzlosen Mitempfinden und dem kalt-distanzierten Verstand vermittelt.cite-ref-29[29]
Kognitive Empathie oder PerspektivenĂźbernahme
Es kann nach heutigem Wissensstand von einer innerlichen und einer äuĂerlichen PerspektivenĂźbernahme gesprochen werden. Vom Menschen ist bekannt, dass er sich in den inneren Zustand eines anderen hinein versetzen kann. Bei Tieren konnte beobachtet werden, dass sie ausschlieĂlich etwas Ăźbernehmen konnten, was sie am äuĂeren Verhalten eines anderen wahrnahmen. Beispielsweise Ăźbernimmt das SchimpansenÂjunge die äuĂerlich wahrnehmbare Umwelt, die ein anderer Schimpanse manipuliert, z. B. einen Stock, der vom anderen Schimpansen geworfen wird, daraufhin nimmt das Junge einen Stock und experimentiert durch eigene Wurfversuche. DemgegenĂźber ist ein Menschenkind befähigt, auch den inneren Zustand bzw. die Sichtweise eines anderen zu Ăźbernehmen, die beispielsweise einen beobachteten Stockwurf ausgelĂśst hat.
Soziale Empathie
Der Begriff Soziale Empathie wurde in den 2010er Jahren von Elisabeth Segal eingebracht.cite-ref-2-26-1[26] Darunter versteht sie die Fähigkeit, Menschen in ihrem Kontext (Umfeld) zu verstehen. Dieser Kontext hat eine gesellschaftliche/soziokulturelle und eine interpersonelle (zwischenmenschliche) Dimension. Die zwischenmenschliche Dimension hat Gemeinsamkeiten mit sozialen Fähigkeiten (Social Skills) und ist der dritte Bestandteil der Empathie (neben der emotionalen und kognitiven Empathie).cite-ref-1-25-1[25] Neurobiologisch ist die soziale Empathie auf der oberen limbischen Ebene angesiedelt und dient den Erfordernissen des sozialen Zusammenlebens und Kooperation. Mit anderen Worten: Menschen mßssen das Verhalten sozialer Systeme verstehen und vorhersagen kÜnnen, wenn sie erfolgreich in und mit diesen Systemen leben wollen (evolutionärer Vorteil).cite-ref-30[30]
Empathie als Interaktion von Situation (State) und Disposition (Trait)
Häufig wird Empathie als Disposition (Trait) verstanden und operationalisiert. HierfĂźr sprechen eine Reihe von Befunden zu Empathiedefiziten bei Menschen mit Autismus oder Psychopathie sowie Einfluss von Geschlecht und Bildung. Trotzdem gibt es einige situative Faktoren (State), die einen Einfluss auf Empathie haben kĂśnnen z. B. die Ăhnlichkeit zwischen zwei Personen, Stimmung, kognitive Belastung etc. Zusammengenommen kann Empathie als Ergebnis einer Interaktion zwischen Situation und Disposition betrachtet werden.cite-ref-3-17-1[17]
Entwicklung beim Kind
Allgemein wird, unter anderem in der Kinderpsychologie, davon ausgegangen, dass sich bewusste Empathie bei Kleinkindern erst zum Ende des 2. Lebensjahres entwickelt. Hier spielt das Selbstkonzept eine Grundlage, denn erst die Ausbildung eines globalen Selbstkonzepts ermĂśglicht eine Trennung zwischen dem Selbst und anderen Personen, zum Beispiel bei der Selbsterkennung in Spiegeln (siehe auch Spiegelstadium). Dann entsteht ein Bewusstsein darĂźber, dass das emotionale Miterleben mehr das Unwohlsein eines anderen widerspiegelt als die eigene Lage.cite-ref-4-31-0[31] Ein Sozialverhalten von Kleinstkindern vor dieser Entwicklungsstufe wird in den Wissenschaften oft jedoch lediglich als âGefĂźhlsansteckungâ interpretiert und bezeichnet. Der Schritt von der GefĂźhlsansteckung zur Empathie wird durch die MĂśglichkeit einer âTeil-Identifikationâ erreicht. Bei der Teil-Identifikation empfindet man einerseits mit den anderen mit, andererseits merkt das Kind, dass es nicht selbst betroffen ist.cite-ref-4-31-1[31] Neuere Forschungen der Psychologie, Verhaltensforschung und Neurophysiologie beschreiben auch eine andere Existenz von Empathie hinter der Ebene der GefĂźhlsansteckung.
Erworbene oder angeborene Fähigkeit
Eine Ăbersichtsarbeit fasste verhaltensgenetische Analysen auf Basis von Zwillingsstudien zu emotionaler Empathie (als das Teilen der Emotionen anderer) und kognitiver Empathie (als das Verstehen der Emotionen anderer) zusammen. Die Ergebnisse zeigten folgende Anteile:cite-ref-32[32]
⢠Der grĂśĂte Anteil der Unterschiede gehen auf das individuelle (nicht familiär geteilte) Umfeld zurĂźck: Kognitive Empathie ist mit einem Anteil von 64 % noch stärker durch das individuelle Umfeld beeinflusst als emotionale Empathie mit 52 %.
⢠Emotionale Empathie ist mit einer Erblichkeit von 48 % stärker vererbbar als kognitive Empathie (27 %).
⢠Der geringste Anteil geht auf das familiäre Umfeld zurßck: Emotionale Empathie ist davon mit 0 % weniger beeinflusst als kognitive Empathie (9 %).
⢠Darßber hinaus wurde durch Leistungstests erfasste kognitive Empathie durch die von Familienmitgliedern geteilte Umwelt beeinflusst zu 12 %.
Rupert Lay wies frĂźhkindliche Aktionen nach, die auf Empathie im Sinne von Kommunikation zwecks Grenzfindung (anderer und dann eigener Grenzen) schlieĂen lassen.cite-ref-33[33]
Die US-amerikanische Psychologin Carolyn Zahn-Waxler beobachtete, dass schon einjährige Kinder spielerisch die Bezugsperson (Mutter) irritieren â zum Beispiel die Kooperation beim Anziehen bewusst verweigern. Diese Spiele seien erste Kommunikationsversuche im Sinne der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann: Das Problem Doppelte Kontingenz wird von Seiten des Kindes durch Errichten eines Alter Ego aufgelĂśst, mit dem im Bewusstsein âdiskutiertâ wird. Durch die Reaktion (Information) der Bezugsperson lernt das Kleinstkind die Grenzen Anderer erkennen und findet seine eigenen Grenzen, das Kind erweitert sein Bewusstsein, und zwischen der Bezugsperson und dem Kind bildet sich eine Emergente Ordnung. Wird dieser Kommunikationsversuch des Kindes jedoch nicht wahrgenommen und sogar mit negativen Emotionen (im Regelfall Ărger der Mutter Ăźber die Verweigerung) beantwortet, entstehen schon beim Kleinstkind Urängste.cite-ref-34[34]
Psychoanalyse
Empathie nimmt auch in der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie einen hohen Stellenwert ein. Sie gilt als eine Grundfähigkeit des Menschen und wird vor allem als mßtterliche Einfßhlung in den Säugling beschrieben. Sie gehÜrt als MÜglichkeit zur Grundausstattung des Menschen und kann durch den Umgang der Eltern mit dem Kind gefÜrdert, behindert oder zerstÜrt werden.
Der englische Kinderanalytiker Donald W. Winnicott beschreibt EinfĂźhlung im Kontext der mĂźtterlichen FĂźrsorge als eine natĂźrliche Fähigkeit, durch die die Mutter spĂźre, was der Säugling im Hinblick auf die Befriedigung seiner physiologischen BedĂźrfnisse als auch im Sinne des Gehalten-Werdens brauche.cite-ref-35[35] Er stellt weiter dar, wie die Mutter allmählich ihre Haltung dem Säugling gegenĂźber ändert und der zunehmenden Reife anpasst. In gelungenen Interaktionen der Versorgung des Säuglings sei zu beobachten, wie die anfänglich einer primären MĂźtterlichkeit zugehĂśrende EinfĂźhlung, in der die BedĂźrfnisse schon in der Entstehung gespĂźrt werden, Ăźbergehe in ein Verstehen, âdas auf dem Bemerken von Anzeichen beim Säugling und Kleinkind beruht, die auf ein BedĂźrfnis hinweisenâ und konstatiert: âDas ist fĂźr die MĂźtter besonders schwierig, weil die Kinder zwischen dem einen und dem anderen Zustand hin und her schwanken; im einen Augenblick sind sie mit den MĂźttern verschmolzen und brauchen EinfĂźhlung, während sie im nächsten Moment von der Mutter getrennt sind; wenn sie dann ihre BedĂźrfnisse im voraus kennt, ist sie gefährlich, eine Hexe.âcite-ref-36[36] Durch diese Entwicklung trete der Säugling aus der anfänglich durch gute mĂźtterliche FĂźrsorge fantasierten Omnipotenz (wenn ich Hunger habe, ist auch das Sättigende da) heraus und es entstehe die Unterscheidung zwischen dem Ich und dem Nicht-Ich. Diese Unterscheidung sei, neben der erfahrenen EinfĂźhlung selbst, die Voraussetzung dafĂźr, dass das Kind selbst Empathie entwickeln kĂśnne, weil diese die Trennung in Ich und Anders-als-Ich beinhaltete.
Auch die Ăśsterreichisch-amerikanische Kinderanalytikerin Christine Olden beschreibt die EinfĂźhlung in der Mutter-Kind-Beziehung als ein fruchtbares und nicht narzisstisches Sichhineinversetzen der Mutter in die immer wieder sich wandelnden EntwicklungsbedĂźrfnisse des heranwachsenden Kindes. Dabei gehe es auch um den Verzicht auf eine dauerhafte Fusion, wenn das Kind beginnt, sich von der Mutter zu lĂśsen.cite-ref-37[37]
Der amerikanische Psychoanalytiker und Säuglingsforscher Daniel Stern, der die Entwicklung des Selbsterlebens des Kindes erforschte, beschreibt, dass es mit der Entstehung des Empfindens eines subjektiven Selbst und einer intersubjektiven Bezogenheit (etwa im Alter von 8 bis 15 Monaten) zu einer Veränderung des Erlebens der Empathie komme. Der Säugling nehme jetzt nicht mehr nur die empathische Reaktion selbst wahr, sondern spĂźre, âdaĂ ein empathischer ProzeĂ als BrĂźcke zwischen den beiden inneren Befindlichkeiten aufgebaut worden ist.âcite-ref-38[38] Dadurch entstehe auch die Fähigkeit zum Erleben psychischer Intimität und das BedĂźrfnis, sich mit seinem eigenen Erleben anzuvertrauen und erkannt zu werden.
Die sozial erworbene und von der Erziehung angestrebte Empathie hat prinzipiell das Ziel, eine gruppenspezifische psychische Identität zu erreichen. Aus der bereits von Kleinstkindern gezeigten erheblichen Individualität schlieĂen Psychoanalytiker wie Arno Gruen auf die Existenz einer angeborenen Empathiefähigkeit. Erste umstrittene Versuche zeigten, dass Kleinstkinder lange vor dem Alter, in dem sie durch Erziehung erworbene Empathie beeinflussbar sind, kommunikationsfähig und auch -bereit sind. Da Kommunikation jedoch gemäà Carl Rogers (1959) Empathie erfordert, wären demnach auch Kleinstkinder vor ihrer Erziehung bereits empathiefähig.
Nach Ansicht einiger Psychologen geht die angeborene Fähigkeit zur Empathie durch kulturelle Einflßsse (Erziehung) verloren und wird durch kognitive Empathie ersetzt. Arno Gruen sieht in der daraufhin fehlenden MÜglichkeit zu einer individuellen Kommunikationsbereitschaft und der Erfolglosigkeit einzelner Personen in den heutigen Industriegesellschaften die Hauptursache fßr individuelle Aggression, die verstärkt von Jugendlichen ausgeht.cite-ref-39[39]
Manfred Cierpka sieht bereits vor dem Erreichen einer Empathiefähigkeit die positive, aber auch die negative Einflussnahme von direkten Bezugspersonen auf Kleinstkinder, die im Extremfall zu einer später auftretenden totalen Emotionsverweigerung fßhren kann.cite-ref-40[40]
Entwicklungspsychologie
Der angeborene Kern der Fähigkeit zur EinfĂźhlung kann schon bei sehr kleinen Kindern als Affektansteckung beobachtet werden, z. B. wenn sie anfangen zu weinen, wenn ein anderes Kind weint. Allmählich fangen Kinder an, Erlebtes auf einer inneren BĂźhne nachzuspielen, und es bilden sich Repräsentanzen der Bezugspersonen und der erlebten Beziehungssituationen. Das Kind beginnt âseine Erinnerungen an selbsterlebte Affekte und an affektiv bedeutsame Beziehungssituationen von der aktuellen Wirklichkeitserfahrung abzulĂśsen und als Vorstellungen auf der inneren BĂźhne auftreten zu lassen.âcite-ref-41[41] Auf dieser Spielfläche âentwirftâ das Kind MĂśglichkeiten der EinfĂźhlung in die verschiedenen Personen der inneren Szenen, wie es sich auch im Kinderspiel beobachten lässt, wenn das Kind alleine spielt, z. B. mit Puppen, Figuren oder Kuscheltieren. Im Unterschied zur Affektansteckung, die ein unwillkĂźrlicher Vorgang ist, ist die sich entwickelnde EinfĂźhlung also ein aktiver und kreativer Vorgang, eine Leistung des Subjekts und somit immer auch eine subjektive Interpretation der anderen. Damit verbunden ist auch die âPerspektivĂźbernahmeâ, die darin besteht, Situationen aus der Perspektive des anderen erleben zu kĂśnnen sowie ein Verständnis fĂźr soziale Kontexte, worin und wodurch die GefĂźhle entstehen. Beides sind wichtige Merkmale bei der Ausbildung von Empathie.cite-ref-42[42]
Roots of Empathy
Die von Mary Gordon gegrĂźndete Roots of Empathy-Initiative in der Kinder- und Schulpädagogik strebt eine mit sozialen Kompetenzen verbundene âemotionale Bildungâ an.cite-ref-43[43] Durch eine von der Mutter und dem Lehrer Ăźberwachte, direkte soziale Interaktion mit einem Kleinkind kĂśnnen SchĂźler zusammen mit ihren Klassenmitgliedern den Perspektiven-Wechsel lernen, um dadurch EinfĂźhlung und Sympathie zu entwickeln. Die Stiftung Gesellschaft macht Schule hilft SchĂźlern, ihre Potentiale zu entdecken, beispielsweise durch das Projekt PersĂśnlichkeitsentwicklung und Werte, auf dem die Kinder soziale Kompetenzen, wie die gewaltfreie Bewältigung von Konflikten und den respektvollen und freundschaftlichen Umgang miteinander, spielerisch erlernen.cite-ref-44[44] Carlotas bietet SchĂźlern Raum fĂźr den Ausdruck ihrer Erfahrungen und Emotionen an â mit Hilfe von Kunst â damit sie lernen, ihre Empathiefähigkeit wahrzunehmen und diese zu Ăźben, Diversität in der Gesellschaft mit Offenheit und Respekt zu begegnen und Perfektion von Zufriedenheit zu trennen. Dabei werden Aktivitäten durchgefĂźhrt mit dem Ziel, Erfahrungen zu vermitteln, welche den SchĂźlern helfen, mit der Welt, in der sie leben, zurechtzukommen.cite-ref-45[45]
FĂśrdernde und hemmende Sozialisationsbedingungen
âIm Umgang mit anderen Menschen ist MitgefĂźhl die Erinnerung daran, dass trotz unterschiedlicher Einstellungen und Verhaltensweisen uns alle mehr eint als trennt.â
â
Psychologie heute
(Quelle: cite-ref-4-31-2[31])
⢠Elterliche Zuneigung und Wärme: FÜrdernde Verhaltensweisen der Eltern fßr die Empathie Entwicklung ihrer Kinder sind, dem Kind viel Liebe und Fßrsorge zukommen zu lassen und einfßhlsam auf seine Bedßrfnisse zu reagieren. Hierzu zählen insbesondere emotionale Bedßrfnisse wie Zuneigung und Zärtlichkeit.
⢠Verfßgbarkeit von empathischen Modellen: Am Anfang stellen vor allem die eigenen Eltern Rollenmodelle fßr Empathie dar. Hierbei ist es wichtig, dass Empathie nicht als geschlechtsspezifische Eigenschaft wahrgenommen wird. Mit zunehmendem Alter stehen immer mehr positive und negative Modelle (z. B. Gleichaltrige, Freunde, Lehrer, Fernsehhelden, Verwandte etc.) zur Verfßgung.
⢠Erziehungsstil: Ein Empathie fÜrdernder Erziehungsstil ist der induktive Erziehungsstil, wobei die Eltern ihre Kinder auf die Auswirkungen von Fehlverhalten auf andere Menschen hinweisen. Im Gegensatz dazu sind Liebesentzug oder das Erzeugen von Angst vor Strafe keine geeigneten Erziehungsmittel, um Empathie zu fÜrdern.
Als Forschungsgegenstand
Differenzielle Psychologie und Diagnostik
In der Differenziellen Psychologie und in der psychologischen Diagnostik wird die Frage untersucht, ob sich Menschen in ihrer Fähigkeit, die psychischen Zustände und Motive einer anderen Person zu erkennen, unterscheiden. Dieser Blickwechsel fällt vielen Menschen auĂerordentlich schwer, sich zumindest näherungsweise in einen anderen Menschen hinein zu versetzen. Andere behaupten von sich, dass sie das gut kĂśnnten.
Ein Problem ist die unĂźberschaubare Vielzahl von (mehrdeutigen) Definitionen und (subjektiven) Interpretationen dieses Begriffes. Nur durch eine Operationalisierung dieses Konstruktes ist es mĂśglich, reliable und valide Modelle zu entwickeln, um daraus seriĂśse Handlungsempfehlungen ableiten zu kĂśnnen.cite-ref-47[47]
Messung
Zur Operationalisierung und Messung der Empathie wurden verschiedene physiologische Verfahren und psychologische Tests entwickelt. Ein Beispiel ist der auch in einer deutschen Versioncite-ref-48[48] verfĂźgbare Interpersonal Reactivity Index von Mark Davis.cite-ref-49[49] Dieser Index besteht aus vier Skalen:
1. Fantasy Scale zur Erfassung der Fähigkeit, sich als Akteur in fiktive Geschichten hineinzuversetzen und entsprechend zu handeln.
2. Perspective Thinking zur Erfassung der Fähigkeit, den Standpunkt eines anderen Menschen zu verstehen, also die Welt âmit seinen Augen zu sehenâ (kognitive Empathie).
3. Empathic Concern zur Erfassung der Sympathie fßr andere und der Fähigkeit, deren Gefßhle nachzuvollziehen (emotionale Empathie).
4. Personal distress zur Erfassung der persĂśnlichen Betroffenheit, wenn andere Menschen in emotional belastende Situationen oder NĂśte geraten.
Judith Hall und Co-Autoren schrieben 2001, dass sich dieser Test und seine zahlreichen Modifikationen in der Praxis bewährt haben: â⌠they have been used with considerable success with adults and adolescentsâ.cite-ref-50[50]
In einer neueren Studie haben Nathan Spreng und Co-Autoren aus rund 20 Instrumenten zur Messung der Empathie den âToronto Empathy Questionnaireâ (Fragenkatalog; Fragebogen) als Synthese entwickelt und mithilfe von drei empirischen Erhebungen mit 200, 79 und 64 Probanden validiert.cite-ref-51[51] Das Besondere an diesem Test (Fragebogen) ist die Operationalisierung der Empathie als Fähigkeit mit konkreten Verhaltensbeschreibungen. Dies ist der erste Schritt zu einer Definition der Empathie als erlernbare bzw. trainierbare Kompetenz (Empathiefähigkeit). Demnach lässt sich die Empathie mithilfe der nachfolgenden fĂźnf Dimensionen oder Skalen messen:
1. Korrektes EntschlĂźsseln nonverbaler Botschaften
2. Die gleichen Emotionen wie andere empfinden (MitgefĂźhl)
3. Ăhnliche Gedanken und Erinnerungen erleben
4. AuslĂśsen gleicher physiologischer Reaktionen (Herzschlag, Beklemmung, âfeuchte Händeâ etc.)
5. AuslĂśsen helfender oder unterstĂźtzender Handlungsimpulse.
Die nebenstehende Grafik fasst die Kerngedanken dieses Konzeptes zusammen und zeigt Beispiele fĂźr Test-Items.
Hirnforschung
Seit der erstmaligen Beschreibung einer speziellen Art von Nervenzellen, nämlich der Spiegelneuronen in der GroĂhirnrinde von Rhesusaffen im Jahr 1992cite-ref-pmid1301372-52-0[52] wird darĂźber diskutiert, ob und inwieweit diese Nervenzellen mit der Fähigkeit zur Empathie in Verbindung stehen. Nach heutiger Erkenntnis haben die Spiegelneuronen zumindest die Eigenschaft, gleich zu reagieren, egal ob der Makake ein bestimmtes äuĂerliches Verhalten selber zeigt oder ob er dieses Verhalten bei anderen beobachtet.
Untersuchungen zu Spiegelneuronen lassen zwischen dem Nachahmungsverhalten und der Fähigkeit zur Empathie einen Zusammenhang vermuten, beispielsweise beim Gähnen und beim ansteckenden Lachen. Dieses Phänomen wird jedoch als Gefßhlsansteckung bezeichnet und keinesfalls als Empathie im oben beschriebenen Sinn (gemäà Freud und Theodor Lipps). Diese Vermischung oder Verwechselung findet sich recht häufig auch in wissenschaftlichen Texten.
In einer 2017 verĂśffentlichten Studie wurde der Einfluss von Emotionen auf die Empathie untersucht. Den Teilnehmern wurden zunächst Emotionen auslĂśsende Videos und anschlieĂend Bilder zum Thema Schmerz gezeigt, und ihre Reaktion auf diese Bilder wurde gemessen. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die neuronale Reaktion auf den Schmerz anderer Menschen stärker ausfällt, wenn ein Proband kurz zuvor positive Emotionen erlebte, und geringer, wenn es negative Emotionen waren.cite-ref-53[53]
Auch neurochemische Systeme modulieren empathische Prozesse. Das Neuropeptid Oxytocin fÜrdert soziale Bindung und verstärkt emotionale Empathie, unter anderem durch eine Modulation der Amygdalaaktivität.cite-ref-54[54] Dopamin trägt ßber Belohnungsnetzwerke zur positiven Verstärkung prosozialen Verhaltens bei, während Serotonin Impulskontrolle und soziale Sensibilität beeinflusst.cite-ref-55[55] Darßber hinaus sind endogene Opioidsysteme an der Empathie fßr Schmerz beteiligt und modulieren sowohl kÜrperliche als auch soziale Schmerzerfahrungen.cite-ref-56[56]
Verhaltensforschung
Der Verhaltensforscher und Zoologe Frans de Waal sieht in der menschlichen Fähigkeit zur Empathie den Teil unseres evolutionären Erbes, auf dem die Voraussetzungen zu sozialem und moralischem Verhalten basieren.cite-ref-doi10-1146-annurev-psych-59-103006-093625-57-0[57]
Die Fähigkeit zur innerlichen PerspektivenĂźbernahme (engl. perspective taking) zeichnet neben Menschen und Menschenaffen auch andere Spezies aus (siehe Theory of Mind). Ferner legen Studien nahe, dass viele Tiere empathisch motiviertes Verhalten zeigen. Dazu gehĂśren â neben Primaten,cite-ref-doi10-1073-pnas-1006991107-58-0[58] bei denen derartiges Verhalten erwartet wurde â beispielsweise Raben,cite-ref-doi10-1371-journal-pone-0010605-59-0[59] Mäusecite-ref-doi10-1126-science-1128322-60-0[60] und Ratten.cite-ref-doi10-1126-science-1210789-61-0[61] Es wird auĂerdem vermutet, dass Hunde empathisches Verhalten sowohl untereinander als auch Menschen gegenĂźber zeigen.cite-ref-doi10-1098-rsbl-2011-0083-62-0[62]cite-ref-doi10-1016-s1090-0233-02-00237-x-63-0[63]
Affektiver Isomorphismus: die Rolle des emotionalen Zustandes des Empathisanten
In der Phänomenologie beschreibt Empathie die Erfahrung von etwas aus der Sicht des anderen, ohne Konfusion zwischen dem Selbst und dem anderen. In den meisten Aspekten wird die Erfahrung jedoch so modifiziert, dass das Erlebte als die Erfahrung des anderen erlebt wird; in der Erfahrung von Empathie ist das Erlebte nicht meine Erfahrung, auch wenn ich sie erlebt habe. Empathie wird auch als Zustand der Intersubjektivität und damit als Quelle der Konstitution der Objektivität angesehen.cite-ref-64[64] Eine wissenschaftlich-philosophische Debatte dreht sich um die Frage, inwieweit eine Person den affektiven Zustand eines anderen Menschen teilen muss, um Empathie zu empfinden. Mit anderen Worten, muss ich eine bestimmte Emotion empfinden, um empathisch zu sein?cite-ref-65[65] Der Zustand, in dem der affektive Zustand des Empathisanten dem der Zielperson ähnlich ist, wird als affektive Isomorphie bezeichnet.cite-ref-michael-66-0[66] Inwiefern ein solcher vorliegen muss, um Empathie zu empfinden, ist umstritten. Insbesondere in der phänomenologischen Tradition stehende Theoretiker lehnen die Voraussetzung der affektiven Isomorphie ab.cite-ref-67[67]cite-ref-michael-66-1[66]cite-ref-68[68] Wissenschaftler der CharitĂŠ in Berlin sind der Frage nachgegangen, inwieweit es Zusammenhänge zwischen subjektiv berichteter Empathie (gemessen mit einem etablierten Empathie-Test) und physiologischen Messungen der affektiven Erregung (Hautleitfähigkeit, Herzfrequenz, Schreckreiz-Messung) gibt. Entgegen den Annahmen der Autoren wurde ein negativer Zusammenhang festgestellt: Die Teilnehmer zeigen weniger Empathie, wenn sie selbst Anzeichen einer erhĂśhten emotionalen Aktivierung beim Betrachten einer emotionalen Szene oder emotionaler ĂuĂerungen anderer Personen haben und ist mĂśglicherweise das Ergebnis einer erhĂśhten Selbstaufmerksamkeit und Fokussierung auf die eigenen Emotionen.cite-ref-deuter-69-0[69]
Erkenntnistheorie
Aus Sicht der Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie ist dann eine Fähigkeit zur innerlichen Perspektivenßbernahme verlangt, wenn grundlegend verschiedene Theorien bestehen oder wenn unterschiedliche Betrachtungsweisen und Bezugssysteme notwendig sind, um die ganze Wirklichkeit zu erfassen, beispielsweise Bewusstsein und Hirnvorgänge (Leib-Seele-Problem). Dieser Perspektivismus des Denkens hat direkte Folgen fßr die Methoden der Forschung.
Verteilung und Korrelate
Empathie ist in der BevĂślkerung ungleich verteilt und zeigt deutliche individuelle Differenzen. Studien belegen, dass Selbstberichtsmethoden regelmäĂig hĂśhere Empathiewerte bei Frauen als bei Männern finden,cite-ref-70[70] wobei objektive oder neurobiologische Verfahren (z. B. EEG, fMRT) oft kleinere oder inkonsistente Unterschiede zeigen.cite-ref-71[71]
Neben Geschlecht korreliert Empathie moderat mit PersÜnlichkeitsmerkmalen: Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit zeigen meist positive Zusammenhänge, Neurotizismus tendenziell negative.cite-ref-72[72]cite-ref-73[73]cite-ref-74[74]
Ein neues Konzept ist das der empathischen Disbalance: dies beschreibt das Ungleichgewicht zwischen emotionaler Empathie (MitfĂźhlen) und kognitiver Empathie (PerspektivenĂźbernahme). In einer Studie aus der AllgemeinbevĂślkerung zeigte sich, dass ein ĂbermaĂ emotionaler Empathie im Vergleich zur kognitiven mit Autismus-Merkmalen im sozialen Bereich und Angstsymptomen assoziiert war, während ein ĂbermaĂ kognitiver Empathie in Relation zu nicht-sozialen Autismusmerkmalen, Depressivität und psychopathischen Tendenzen stand.cite-ref-75[75]
Im Bereich psychischer Erkrankungen gibt es weitere Hinweise auf Zusammenhangsmuster: HĂśhere affektive Empathie kann insbesondere dann mit grĂśĂerer Anfälligkeit fĂźr Depressionen und AngststĂśrungen verbunden sein, wenn sie mit Selbstfokus und intensiver emotionaler Beteiligung einhergeht.cite-ref-76[76] In neueren Studien wurde gezeigt, dass Personen mit starker selbstorientierter affektiver Empathie (z. B. persĂśnliches Leiden durch die GefĂźhle anderer) hĂśhere Werte in Depressivität und Angst berichten, während andere Formen von empathischer Anteilnahme nicht in gleichem MaĂe damit korrelieren.cite-ref-77[77] In der Forschung zur Borderline-PersĂśnlichkeitsstĂśrung gibt es Hinweise darauf, dass Betroffene sehr sensitiv auf emotionale Signale reagieren, was teils zu instabilen empathischen Reaktionen fĂźhren kann.cite-ref-78[78]
Kulturelle Unterschiede spielen ebenfalls eine Rolle: Empathische Reaktionen auf physisches oder soziales Leid werden durch kulturellen Hintergrund moduliert. So zeigen etwa Menschen in kollektivistischen Kulturen oft stärkere affektive Reaktionen in empathischen Situationen.cite-ref-79[79] In Ăbersichtsarbeiten wird betont, dass Empathie in verschiedenen Kulturen unterschiedlich verstanden und manifestiert wird und dass die Bedeutung von Empathie in sozialem, moralischem und historischem Kontext variieren kann.cite-ref-80[80] Eine weitere kulturelle Facette ist das AusmaĂ, in dem man Empathie gegenĂźber Menschen anderer Herkunft oder kulturellen Hintergrunds empfindet. Studien zeigen, dass Menschen typischerweise stärkere empathische Reaktionen gegenĂźber Personen aus ähnlichen Gruppen zeigen. So wurde etwa das Konstrukt der ethnokulturellen Empathie untersucht, wobei hĂśhere Werte hierin mit positiveren Einstellungen gegenĂźber Minderheiten korrelieren.cite-ref-81[81]
Anwendung
Arbeitswelt
⢠Als Beispiel aus der Psychologie sei das Konzept der âSozialen Intelligenzâ angefĂźhrt. Es ist der Ausgangspunkt der Forschung zum Thema âEmotionale Intelligenzâ von David Wechsler, das eine SchlĂźsselstellung sowohl in dieser Disziplin als auch in der Managementlehre einnimmt und heute unter den StichwĂśrtern âSelbstregulationâ und âVolitionâ weiterentwickelt wurde.cite-ref-82[82] Leonardo Badea bezeichnet Empathie als eine Fähigkeit, die in nahezu allen Lebensbereichen entscheidend fĂźr den Erfolg ist. Menschen und vor allem FĂźhrungskräfte mit besonders ausgeprägten empathischen Fähigkeiten haben bessere persĂśnliche Beziehungen, kĂśnnen sich selbst und andere stärker motivieren; sie lernen schneller und genieĂen ein grĂśĂeres Vertrauen.cite-ref-83[83]
⢠Im Management und insbesondere bei der direkten FĂźhrung von Mitarbeitern spielen die Motivation, das Engagement und die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern eine zentrale Rolle. Die Motive und BeweggrĂźnde der Mitarbeiter, die ihrem Verhalten zugrunde liegen, kann man nicht unmittelbar beobachten; sie lassen sich im Wesentlichen nur durch Empathie erschlieĂen. AuĂerdem sind viele Motive den Betroffenen gar nicht bewusst und kĂśnnen sich je nach Situation verändern. Grundsätzlich kann man andere Menschen nur dann motivieren (oder Demotivation vermeiden), wenn man sie nicht nur rational, sondern vor allem nachempfindend versteht.cite-ref-84[84] Aus diesen GrĂźnden gilt die Empathie als wesentlicher Bestandteil von FĂźhrungskompetenz.cite-ref-85[85]
⢠Im Marketing, insbesondere beim persĂśnlichen Verkauf und bei der Vermarktung wissens- und technologieintensiver Produkte und Dienstleistungen, kommt es darauf an, dass die betreffenden Mitarbeiter sich sehr gut in die Gedanken- und GefĂźhlswelt des Kunden hineinversetzen und das Angebot mĂśglichst passend auf seine â oft unausgesprochenen â Motive und WĂźnsche ausrichten kĂśnnen. Empathie ist somit eine wesentliche Voraussetzung fĂźr die effiziente Gestaltung des Vertriebsprozesses und besonders wichtig bei der Entwicklung der Vertriebskompetenzen.cite-ref-86[86]
Psychotherapie und Psychiatrie
In der Psychotherapie bedeutet Empathie eine Strategie der StimmungsĂźbertragung vom Patienten auf den Therapeuten. Dadurch ist es dem Therapeuten mĂśglich, die Emotionen und die Stimmung des Patienten bei sich selbst zu erleben und somit besser zu verstehen. Es ist ein aktiver Prozess des einfĂźhlenden Verstehens. Dieser ist notwendig, weil Patienten belastende Emotionen in der Regel leugnen, ablehnen, bekämpfen oder vermeiden. Der Therapeut muss daher eine korrigierende, akzeptierende und wertschätzende Haltung einnehmen, damit er die belastenden Emotionen besser nachvollziehen und geeignete therapeutische MaĂnahmen effektiver einleiten kann.cite-ref-87[87] Dieses EinfĂźhlungsvermĂśgen (Empathie) ist nicht nur im Zusammenleben der Menschen, sondern auch fĂźr die Ausbildung von Psychologen und Psychotherapeuten wichtig. Eine Ăbersichtsarbeit von Funder (1999) fasste die Forschung zusammen zur Frage, ob es gute psychologische Beurteiler in dem Sinne gibt, dass sie im Alltag andere Menschen gut einzuschätzen verstehen (Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit und VertrauenswĂźrdigkeit, auch deren aktuelles Befinden). Sie kommt zu dem Ergebnis, dass keine hinreichenden Belege fĂźr die Annahme einer besonderen Fähigkeit, ein âguter Beurteilerâ zu sein, vorliegen. Allerdings wären die Untersuchungen noch zu einfach angelegt, um solche Fähigkeiten wirklich erfassen zu kĂśnnen.cite-ref-88[88] Bisher wird in der psychologischen Forschung versucht, mehrere Aspekte zu unterscheiden: Erstens, was ein Anderer denkt, zweitens, was ein Anderer fĂźhlt, und drittens, ob er mitfĂźhlend auf die Lage des Anderen reagiert.cite-ref-89[89]
In der historischen Psychiatrie
In der klassischen deutschen Psychiatrie galt bis in die 1970er Jahre die Einfßhlbarkeit als Kriterium der Unterscheidung zwischen Neurose und Psychose. Die Psychose bzw. die Geisteskrankheit wurde insbesondere als uneinfßhlbare und dazu auch unverständliche seelische Manifestation angesehen.cite-ref-app-90-0[90]
In der Psychoanalyse
In der Psychoanalyse werden die Begriffe Empathie und EinfĂźhlung in nahezu gleicher Bedeutung verwendet, so dass die Darstellung dieses fĂźr die Psychoanalyse zentralen Begriffs beide Bezeichnungen einschlieĂen muss. Sigmund Freud verwendete den Begriff EinfĂźhlung, der dann im RĂźckgriff auf die griechische Sprachwurzel im Englischen mit empathy Ăźbersetzt wurde und aus der angloamerikanischen Literatur auch im Deutschen als Empathie zurĂźckkam.cite-ref-milch-152-91-0[91]cite-ref-92[92] Auch im romanischen Sprachraum steht der Begriff empatia gleichbedeutend fĂźr das deutsche Wort EinfĂźhlung.cite-ref-93[93]
Psychoanalytische Behandlung
Nachdem Freud sich in seiner Behandlungstechnik von der Hypnose abgewandt hatte, maĂ er der EinfĂźhlung als Zugang zum Patienten einerseits eine so zentrale Bedeutung zu, dass er sie zur Grundbedingung der psychoanalytischen Behandlung erklärte. Er verstand sie als die Fähigkeit, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen, und somit als Erkenntniszugang, durch den insbesondere auch das verstehbar werde, was dem Patienten selbst zunächst fremd sei. Zugleich diene sie einem positiven Beziehungsaufbau, den man sich verscherzen kĂśnne, wenn man stattdessen z. B. eine wertende Position einnähme.cite-ref-94[94] Freud stellt der EinfĂźhlung andererseits auch eine distanziertere Haltung gegenĂźber, die wichtig sei, um die Arbeitsbeziehung aufrechtzuerhalten, und weil er eine zu starke Mitbewegung mit den auch neurotischen Anteilen und vor allem den sexuell gefärbten ĂbertragungsgefĂźhlen der Patienten fĂźrchtete.cite-ref-95[95]
In Bezug auf die Fragen der Behandlung nimmt der Diskurs um diese beiden Pole einen breiten Raum ein. Gemeinsam ist den verschiedenen Ausprägungen und Betonungen die Aussage, dass Empathie zwischen den eigenen GefĂźhlen und denen des anderen unterscheiden kann. Das unterscheidet sie von der Identifizierung, bei der dies nicht der Fall ist. Milch hebt im Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe zusammenfassend vier Aspekte der psychoanalytischen Definition der Empathie hervor. Empathie bedeutet demnach: â1. eine Beziehung zwischen zwei Personen, 2. ein Aufrechterhalten der Grenzen zwischen Selbst und Objekt, 3. eine intrapsychische Erfahrung, 4. eine allgemeine menschliche Fähigkeit oder therapeutische Kapazität einschlieĂlich des Wissens, Verstehens und Wahrnehmens bez. des Erlebens einer anderen Person.âcite-ref-milch-152-91-1[91] EinfĂźhlung gilt in der Psychoanalyse als MĂśglichkeit einer vorbewussten, emotionalen Erkenntnis, die mit dem Wissen und den intellektuellen Erkenntnissen zusammengebracht werden muss.cite-ref-96[96] Diese Auffassung mĂźndet in das Konzept des einfĂźhlenden und Szenischen Verstehens von Hermann Argelander und Alfred Lorenzer.
Bei Heinz Kohut und der von ihm begrĂźndeten Selbstpsychologie wird die Empathie zum entscheidenden Wirkfaktor der psychoanalytischen Behandlung. Nicht mehr allein die Bewusstmachung des zuvor Unbewussten bewirkt die Heilung des Selbst, sondern diese wird vor allem dadurch ermĂśglicht, dass der Analytiker den Patienten mit angemessener Empathie begleitet. Dadurch kann dieser im Rahmen der schĂźtzenden Abstinenz eine neue korrigierende Beziehungserfahrung machen, diese nach und nach in die eigene psychische Organisation aufnehmen, so dass es zu einer umwandelnden Verinnerlichung kommt.cite-ref-97[97] Mit der Betonung dieses Beziehungsaspektes, dem mit Kohut zahlreiche Psychoanalytiker folgten, wurde dennoch die Arbeit des auch kognitiven Verstehens und des Deutens nicht aufgegeben. Mit dem Patienten fĂźhlen und Ăźber ihn nachdenken gehĂśren auch nach dem italienischen Psychiater und Psychoanalytiker Stefano Bolognini, dem Autor einer umfassenden Zusammenschau der psychoanalytischen Konzepte zur EinfĂźhlung, untrennbar zum Kern psychoanalytischer Behandlung.cite-ref-98[98]
Verbindungen und WeiterfĂźhrungen
Im Kontext der Entwicklungspsychologie besteht eine Wechselbeziehung zwischen der mßtterlichen Einfßhlung und der Entstehung einer sicheren Bindung im Sinne der Bindungstheorie. Die Erkenntnisse finden sich in allgemein verständlicher Form auch in ratgebenden VerÜffentlichungen fßr Eltern wieder.cite-ref-99[99]
VerknĂźpfungen und Abgrenzungen bestehen im Behandlungskontext zu den psychoanalytischen Konzepten der GegenĂźbertragung und der projektiven Identifizierung.
Als eine WeiterfĂźhrung kann das Konzept der Mentalisierung angesehen werden.
Missbrauch fĂźr manipulative Zwecke
Immanuel Kant gehĂśrte zu den ersten Gelehrten, die auf den mĂśglichen Missbrauch der Empathie durch Politiker in einer Volksherrschaft (Demokratie) hingewiesen haben. Macht Ăźber das Volk werde in Zukunft nicht mehr der Herr des Schwertes, sondern der Meister des Wortes haben. Wolf Schneider trug dazu einige Zitate zusammen, die zeigen, dass ein Nachempfinden der Gedanken- und GefĂźhlswelt der Menschen durch Politiker oder Massenmedien bzw. Journalisten eine wichtige Voraussetzung fĂźr wirksame Manipulation ist:cite-ref-100[100]
⢠Die Sprache sei volkstĂźmlich und simpel. Joseph Goebbels: âWeil wir die Sprache des Volkes sprachen, haben wir das Volk erobertâ.
⢠ReizwĂśrter sind unermĂźdlich zu wiederholen, weil das bloĂe Wiederholen eines Reizes genĂźgt, um Sympathie auszulĂśsen. Heinrich von Kleist: âWas man dem Volk dreimal sagt, hält das Volk fĂźr wahrâ; Goebbels: âDas Volk will nicht immer neue EindrĂźcke, sondern es will die alten EindrĂźcke in immer verfeinerter Formâ.
⢠Man ziele aufs GefĂźhl: Hitler: âDas Volk ist in seiner Ăźberwiegenden Mehrheit so feminin veranlagt und eingestellt, daĂ weniger nĂźchterne Ăberlegung als vielmehr gefĂźhlsmäĂige Empfindung sein Denken und Handeln bestimmtâ. Es gelte, âdas InstinktmäĂige zu wecken und aufzupeitschenâ.
Heute betreiben sowohl Politiker als auch Intellektuelle und (kommerzielle) Massenmedien ein âGeschäftâ mit GefĂźhlen (Stichwort Einschaltquoten). Das erzeuge, so Joseph Schumpeter, eine feindselige, fĂźr den Kapitalismus in seiner Existenz bedrohliche soziale Atmosphäre.cite-ref-101[101] Der Grund: Nach Ansicht von Schumpeter entwickelt die Masse des Volkes nie aus eigener Initiative heraus feste Ansichten. Vielmehr bedarf es Gruppen, in deren Interesse es ist, den Groll zu steigern, zu organisieren, zu hegen und zu pflegen. Das Entfalten von Revolten durch das AuslĂśsen der besonders wirksamen, negativen Emotionen wie Angst, Neid, Wut, Frustration oder Ohnmacht sei ein Geschäft, das sich bei Erfolg auszahle (verkaufte Auflage, Popularität etc.). Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Berufsstand der Intellektuellen, wozu insbesondere Journalisten zählen. Diese Personengruppe beherrscht den Umgang mit dem gesprochenen oder geschriebenen Wort â allerdings trägt sie keine Verantwortung fĂźr praktische Dinge (oder fĂźr die Folgen ihrer Handlungen). Ferner fehlen ihr Informationen aus erster Hand, wie man sie nur durch tatsächliche Erfahrung erwerben kann. Schumpeter stellt abschlieĂend die rhetorische Frage, ob es sich um Leute handle, â⌠die Ăźber alles reden, weil sie nichts verstehen?âcite-ref-102[102]
Empathische ErschĂśpfungsstĂśrung
ĂbermäĂiges MitgefĂźhl kann zu ErschĂśpfungsstĂśrungen (empathic distress fatigue) fĂźhren. Dies gilt insbesondere, wenn pathologischer Altruismus vorliegt. Die medizinischen Risiken hierbei sind ErschĂśpfung (Burn-out), SchuldgefĂźhle, SchamgefĂźhle, Angst und Depression.cite-ref-103[103]cite-ref-pmid25422978-104-0[104]
Siehe auch
⢠Empathogene Substanzen, die das Gefßhl von Empathie verstärken kÜnnen, z. B. MDMA oder Oxytocin
⢠Feinfßhligkeit
⢠Perspektivismus (Perspektivität)
Literatur
⢠Peter Michael Bak: Zu Gast in Deiner Wirklichkeit. Empathie als Schlßssel gelungener Kommunikation. Springer, Berlin / Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-48029-8 u. ISBN 978-3-662-48030-4 (E-Book).
⢠Thiemo Breyer: VerkÜrperte Intersubjektivität und Empathie. Klostermann, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-465-03914-3.
⢠Thiemo Breyer (Hrsg.): Grenzen der Empathie: Philosophische, psychologische und anthropologische Perspektiven. Fink, Paderborn 2013, ISBN 978-3-7705-5516-1.
⢠Fritz Breithaupt: Kulturen der Empathie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-29506-9.
⢠Fritz Breithaupt: Die dunklen Seiten der Empathie. Suhrkamp, Berlin 2017, ISBN 978-3-518-29796-4.
⢠Michael B. Buchholz: Ăber kommunikative Architektur der Empathie. Sie balanciert, ist rhythmisch und schwingt. (PDF; 358 kB) In: Psycho-News-Letter Nr. 95. Ein kleiner Literaturrundflug. DGPT, 2013, abgerufen am 30. Mai 2019.
⢠Arthur P. Ciaramicoli, Katherine Ketcham: Der Empathie-Faktor: MitgefĂźhl, Toleranz, Verständnis. Ăbersetzt von Elfriede Peschel. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂźnchen 2001, ISBN 3-423-24245-0.
⢠Jean Decety, William Ickes: The Social Neuroscience of Empathy. MIT Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-262-51599-3.
⢠Toward a consensus on the nature of empathy: A review of reviews
⢠Gregory Hickok: Warum wir verstehen, was andere fßhlen: Der Mythos der Spiegelneuronen. Carl Hanser, Mßnchen 2015, ISBN 978-3-446-44326-6.
⢠Kerstin KrauĂ: Ethik der Empathie. Eine Grundlegung (= Perspektiven der Ethik, Bd. 19). Mohr Siebeck, TĂźbingen 2023, ISBN 978-3-16-161483-5.
⢠Susan Lanzoni: Empathy: A History. Yale University, New Haven 2018, ISBN 978-0-300-22268-5.
⢠Giacomo Rizzolatti, Corrado Sinigaglia: Empathie und Spiegelneurone â die biologische Basis des MitgefĂźhls. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-518-26011-1.
⢠Kai RÜdiger: Empathie im Kundenkontakt. Einflussfaktoren, Erfolgsauswirkungen und Altersunterschiede als Kontextfaktoren. Springer Gabler, 2017, ISBN 978-3-658-18158-1.
⢠Tania Singer, Matthieu Ricard: Mitgefßhl in der Wirtschaft. Albrecht Knaus, Mßnchen 2015, ISBN 978-3-8135-0657-0.
⢠Frank M. Staemmler: Das Geheimnis des Anderen â Empathie in der Psychotherapie. Klett-Cotta, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-608-94503-4.
⢠Karsten R. Stueber: Fremdverstehen und Fremdbewerten. In: Information Philosophie. 2/2017, S. 18â35.
⢠Frans de Waal: Das Prinzip Empathie. Was wir von der Natur fßr eine bessere Gesellschaft lernen kÜnnen. Carl Hanser, Mßnchen 2011, ISBN 978-3-446-23657-8.
Weblinks
Commons
: Empathie
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Empathie
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Karsten Stueber: Empathy. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
⢠Lou Agosta: Empathy and Sympathy in Ethics. In: James Fieser, Bradley Dowden (Hrsg.): Internet Encyclopedia of Philosophy.
⢠Jean Decety: Mirrored emotion. Universität Chicago (Archiv (Memento vom 6. Dezember 2018 im Internet Archive)).
⢠Rainer Traub: Denken und FĂźhlen â Rätselhafte Herdentiere. Spiegel Online vom 23. April 2009 (Archiv (Memento vom 6. Dezember 2018 im Internet Archive)).
⢠Christian Lehmann: Empathie. (aus sprachwissenschaftlicher Sicht), Universität Erfurt 2009.
⢠A. Prehn-Kristensen, C. Wiesner, T. O. Bergmann, S. Wolff, O. Jansen u. a.: Induction of Empathy by the Smell of Anxiety. Abgerufen am 22. Juni 2013. (PDF 778 kB, archiviert (Memento vom 6. Dezember 2018 im Internet Archive))
⢠Ute Frevert: Herzensbildung. Gefßhle und Empfindungen: Vom Wandel der Erziehungsideale ßber die Jahrhunderte. Goethe-Institut, Humboldt Redaktion 2012 (Archiv (Memento vom 6. Dezember 2018 im Internet Archive)).
⢠Von der Empathie zum MitgefĂźhl in einem neurowissenschaftlichen Labor, Matthieu Ricard, Kapitel I.IV aus âAllumfassende Nächstenliebe: Altruismus â die Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeitâ, Edition Blumenau, 2016 (Archiv (Memento vom 6. Dezember 2018 im Internet Archive)).
⢠NR-Stichwort Empathie, Universität Innsbruck
Einzelnachweise
cite-note-0-11. â Empathie. In: Dorsch: Lexikon der Psychologie. Hogrefe Verlag, GĂśttingen 2017, ISBN 978-3-456-85643-8 (Empathie. Dorsch: Lexikon der Psychologie Online. archiviert (Memento vom 6. Dezember 2018 im Internet Archive)).
cite-note-22. â Empathie. Lexikon der Neurowissenschaft. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2000 (archiviert (Memento vom 6. Dezember 2018 im Internet Archive)).
cite-note-33. â J. A. Hall, F. J. Bernieri: Interpersonal Sensitivity, Theory and Measurement. London 2001, S. 21 f. und Paul Ekman: GefĂźhle lesen. Spektrum Verlag, 2007, S. 249. (2. Auflage 2010, (Taschenbuch)); englischsprachiges Original 2003: Emotions revealed. Understanding faces and feelings.
cite-note-55. â Doris Bischof-KĂśhler: Soziale Entwicklung in Kindheit und Jugend: Bindung, Empathie, Theory of Mind. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-17-021553-5.
cite-note-66. â Daniel Goleman: Emotionale Intelligenz. 1997, S. 127.
cite-note-77. â Andreas Schneider, RenĂŠ Schmidpeter: Corporate Social Responsibility: Verantwortungsvolle UnternehmensfĂźhrung in Theorie und Praxis. 2., ergänzte und erweiterte Auflage, Springer Gabler, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-25398-0, Google Books, abgerufen am 26. November 2021, S. 262.
cite-note-88. â PDV 100, 3.4.1.:5, nach Martin Winter: Macht und Funktion der Polizei in der Bundesrepublik Deutschland. 1998, S. 343.
cite-note-99. â ξΟĎΏθξΚι bei komvos.edu.gr und ξΟĎΏθξΚι bei in.gr (griechischâenglisch).
cite-note-1010. â Empathy, Dictionary.com.
cite-note-1111. â etymonline.com
cite-note-1212. â T. Lipps: Das Wissen von fremden Ichen. In: Psychologische Untersuchungen. Band 1. W. Engelmann, Leipzig 1907, S. 694â722.
cite-note-doi10-1007-s004510050001-1313. â JĂźrgen KĂśrner: EinfĂźhlung: Ăźber Empathie. In: Forum der Psychoanalyse. Band 14, 1998, S. 1â17, doi:10.1007/s004510050001.
cite-note-1414. â Edward B. Titchener: Lectures on the experimental psychology of the thought-processes. Macmillan, New York 1909.
cite-note-1515. â Jonathan Levy: A Note on Empathy. In: New Ideas in Psychology. Vol. 15, No. 2, 1997: James Strachey habe es von seinem Professor namens Bullough als Ăbersetzung fĂźr âEinfĂźhlungâ einfach aufgegriffen.
cite-note-1616. â plato.stanford.edu
cite-note-1818. â P. Ekman: GefĂźhle lesen. MĂźnchen 2007, S. 249.
cite-note-1919. â Vgl. Ekman 2007, Hervorhebung im Original.
cite-note-2020. â Fritz Breithaupt: Kulturen der Empathie. 2009, ISBN 978-3-518-29506-9, S. 152 ff.
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